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    Des Satansbratens Sequel

    Von Mr.Knister | 17.Februar 2009

    Dreieinhalb Jahre ist es nun her, als „FEAR“ den Fans gepflegter Horror-Atmosphäre und Freunden ausgedehnter Shooter-Schlachten gleichermaßen die Schauer über den Rücken krabbeln ließ. Da Grusel-Früchtchen Alma auch noch einigermaßen unverbraucht ist und es statt einer Vielzahl an Fortsetzungen bislang nur auf zwei AddOn geschafft hat, wird nun der zweite Teil um das Project Origin in Angriff genommen. Die Elite-Kämpfer der FEAR-Truppe sind anfangs noch im Einsatz, eine Managerin aus dem verrammelten Bürogebäude zu evakuieren, als sich plötzlich die Ereignisse überschlagen. Ehe dem Spieler so recht klar wird, was um ihn herum passiert, explodiert in seiner Nähe eine riesige Bombe, die ihm das Bewusstsein raubt. Als er wieder alle Sinne beisammen hat, befindet er sich schon in einem Krankenhaus. Die Soldaten, mit denen er sich schon in dem Appartmentkomplex die Kugeln um die Ohren geballert hat, sind ihm zu diesem Zeitpunkt allerdings schon wieder auf den Fersen. Durch umliegende Notizen erfährt unser Spieler, dass er Teilnehmer einer Versuchsreihe war, die ihm zum Zielobjekt der Psychodame Alma machte. Schöner Mist! An seinen Kragen wollen ihn bis an die Zähne bewaffnete Spezialkämpfer, an seine Seele ein dämonischer Teen.

    Was im ersten Teil noch für satten Schrecken gesorgt hat, kann im Nachfolger nur halbherzigen Horror erzeugen. Fast schon zu kalkuliert kommen die Schocks daher, springen Visionen in den Kopf des Helden oder jagen Feinde aus dem Halbdunkel und zeigen ihre entstellten Gesichter – Die Großaufnahme fängt das alles recht plakativ ein, aber Atmosphäre? Die ist zwar vorhanden, reicht aber nicht für aufgestellte Nackenhaare. Bin ich mittlerweile zu abgefuckt für diese Art von Gaming? Das glaube ich nicht so recht, denn einige Spiele lassen mich immer noch ein gerüttelt Maß an Furcht verspüren. „Dead Space“ spielt ebenfalls mit Licht und Schatten, bedroht den Spieler aber mit mächtigeren Monstern, beklemmenderen Räumlichkeiten und fieseren Taktiken. Die Levels von „FEAR 2“ sind einfach daraus ausgelegt, den Spieler wie eine Laborratte durch Gänge laufen zu lassen. Da sind zuwenig Möglichkeiten, auch mal links oder rechts abzuweichen, damit man auf richtig schreckliche Momente trifft. Dafür sind die Gegner alles andere als dämlich, Werden sie in Feuergefechte verwickelt, springen sie nicht nur zur Seite, sondern benutzen ihre Umgebung als Deckung. Sie werfen selbstständig Einrichtungsgegenstände um, damit sie von Geschossen verschont bleiben. Das nenne ich mal intelligente Feinde, die mehr als wandelnde Kugelfänger sind.
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    Sorry, aber den Spaß mit dem deutschen Cover wollte ich mir gönnen!

    Schon im Vorfelde der Veröffentlichung äußerten sich enttäuschte Fans, die von den Schnitten der deutschen Fassung gehört hatten und dementsprechend blutarme Action-Kost erwartet haben. Die fehlenden Effekte sind zwar vom Prinzip her ärgerlich, aber letzten Endes ist „FEAR 2“ sicherlich nicht zum Softgore degradiert worden. Es liegen immer noch dekorativ zerschnetzelte Leichen herum, die Wände haben nach wie vor einen Teilanstrich in den Farben Blutrot und Hirnmasse und auch die getroffenen Gegner bluten ab und an. Die derben Spritzer von groben Geschossen fehlen aber in der Tat, ebenso wie die herumschlackernden Ragdoll-Animationen, wenn so ein frischer Kadaver zu Boden sackt. Mich persönlich stört es ja nicht, dass die Radoll-Effekte der Schere zum Opfer gefallen sind. Solange die Technik noch nicht richtig ausgereift ist, wirken die zu physikalischen Effekte meistens sowieso lächerlich. Wer also keinen Importladen in der Nähe hat, ohne die volle Lutsche Gore überlebt und keinen Importladen in der Nähe hat, kann auch ruhig zur deutschen Fassung greifen. Viel verpasst er nicht. Grafisch wirkt der Titel zwar versiert in Szene gesetzt, aber viele Grafikelemente sind in der letzten Zeit schon besser in Szene gesetzt worden. Wenigstens stören weniger grobe Texturen den Gesamteindruck, als es noch in Teil 1 der Fall war.

    Der Mehrspielermodus krankt allerdings genau wie der Vorgänger an einer Sache: Die meisten Mitspieler sind feige Säue, die sich ein dunkles Eckchen suchen, um dem sich bewegenden Spielern  ein volles Magazin in den Rücken zu jagen. Das ist nicht das, was ich an Multiplayerparts gerne gewollt habe. Auch im Dukeln kann man sich noch bewegen. Wer das nicht kann, soll gerne weiter Action-Tetris gegen den dicken Jungen aus der Parallelklasse zocken – in einem Spiel wie „FEAR“ haben diese Leute jedenfalls nichts zu suchen. Wenigstens bleibt einemnach einer solchen Angsthasen-Aktion ein „Haha! Gownt, du Kacknoob“ erspart. Da wissen die angesprochenen Gamer wohl selbst, was für einen Stiefel sie sich zusammengespielt haben. So bleibt „FEAR 2“ im Singleplayer bei etwa zehn bis zwölf Stunden sanftem Grauen, das die schockerprobten Daddelfreaks niemals wirklich nah an ein zerfetztes Nervenkostüm bringt. Dennoch ist es durch die taktischen Gefechte und den klügeren Gegnern immer noch ein solides Stück Ballerspiel.

    Fazit
    Nach „Resident Evil“, „Doom“, „Dead Space“ oder „Silent Hill“ fehlt mal wieder ein richtiger Nervenkitzel? Ihr wollt euch mal wieder so richtig den Arsch voll gruseln, wenn ihr vor dem Spielgerät sitzt? Der erste Teil von „FEAR“ war für euch der Grund, warum ihr ein Blutdruckmessgerät euer Eigen nennt? Dann habt ihr vielleicht eine zu hohe Erwartungshaltung an „FEAR 2“. Die Schocks kommen zwar immer noch vor, aber irgendwie fehlen wirklich neue Elemente, um nachhaltigen Horror in die Nervenbahnen zu jagen. Das Gameplay ist motivierend, wenn es auch nicht durch ein Feuerwerk der Innovationen glänzt. Neu hinzu kommen ein paar Sequenzen, in denen ein Mech durch die Map gesteuert wird und wirklich harte Gegner in Grund und Boden gebombt werden können. Auch das Waffenarsenal lässt sich wieder einmal sehen. Neue Zutaten in der Schreckenssuppe werden allerdings nicht zum Tragen kommen. „FEAR 2“ kommt mit exakt denselben Elementen in die Läden, die schon den ersten Teil vorkamen. Dieses Mal sind sogar die Erschrecker zum Standard geraten, die man teilweise sogar exakt vorausahnt. Kluge Gegner und gutes taktisches Terrain retten den Titel aber wieder, bevor er ganz im Einheitsbrei der Genrekost untergeht.

    Gore-Score: gorescore-7-52 (7,5/10)

    Technik: grafix-7-5 (7,5/10)

    Gesamt: wertung-8 (8,0/10)

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    Topics: Knisters Komputerspiele | 2 Kommentare »

    2 Kommentare to “Des Satansbratens Sequel”

    1. Clan GirlNo Gravatar meint:
      11.Mai 2010 at 20:37

      Fear ist einfach ein klasse Spiel, möchte es nicht mehr missen und liebe den Multiplayer Modus, in Kombination mit Team Speak der optimale Freizeitvergnügen am Wochenende.

    2. Hotel KölnNo Gravatar meint:
      21.September 2010 at 14:30

      Ich liebe Fear, habe es schon zweimal durchgezockt ich glaub beim dritten mal wirds auch noch nicht langweilig sein =)

    Kommentare